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Ovambo

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Ovambo

Beitrag von Zwilling am Mo 13 Mai 2013, 03:57




Ovambo (klein)


Er lag
seit erstem Lebenstag
an Mutter Brust.
Hat nicht gewußt,
was kommen mag.
Noch war er unversehrt.
Drei Jahre lang
nicht wirklich bang.
Kaum sieben Jahr:
Da kam, was wahr.
Peitsche, Knüppel,
Massah.
Ovambo
weg von frei.
Juchei!


Ovambo (mittel)

Er duckt den
Kraushaarkopf,
der arme Tropf.
Vier Stunden
geschunden
darf er schlafen
in seiner Hütte
nach tiefer Bitte.
Er leckt die Stiefel,
leckt das Klo,
der Massah will das so.
Er rupft das Gras
mit seinen Zähen,
derweil Massahs
bei Gin-Tonic gähnen.
Sie sind froh.
Holldrioh!



Ovambo (alt)


Immerhin
ist er jetzt hin.
Dreißig Jahr
ist ein Gewinn.
Jetzt steckt er kalt.
Der olle Ovambo
versuchte ein Rambo.
Aber holla! Halt!
Die Büchse knallt.
Ja, wo sind wir
denn hier?
In Ovamboland?
Da muß ich lachen.
Nur Rand
herrscht über Rand.
Und mein Land.
Für mich ist's da -
Fallera!



Ovambo (von jenseits)


Kinder unsres Landes waren wir.
Zu Sklaven hat man uns gemacht.
UHURU UHURU bring ich Dir.
Du hast es mir beigebracht,
wie man schindet und lacht.
Fürcht Dich. Ich kenn Deine Tür.
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Re: Ovambo

Beitrag von Gast am Mi 22 Mai 2013, 05:05

hi zwilling, dein gedicht ist sehr einfallsreich, komplexe wortwahl, - sehr ansprechend -beeindruckend, nachdenklich stimmend, glaubwürdig, verzichtet auf plumpe erotische anspielungen - die man bei dir ja eo ipso zum glück vermisst.das einzige manko: zeitlich nicht mehr ganz aktuell. salve, seneca

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